Hidden Croatia
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Burg Cetin von der Rückseite, oberhalb des Dorfes Podcetin
Burg & FestungLika

Burg Cetin: die Ruine der Königswahl von 1527

Die Burg Cetin ist eine mittelalterliche Ruine etwa 5 km südlich von Cetingrad, oberhalb des Dorfes Podcetin im kroatischen Binnenland. Sie gilt als Denkmal von großem Wert für die Landesgeschichte: Hier wählten kroatische Adlige 1527 Ferdinand I. von Habsburg zu ihrem König. Später war sie Grenzfestung gegen die Osmanen und ein echter Geheimtipp für Geschichtsinteressierte.

Niemand weiß, wer Cetin wann gebaut hat. Doch am 1. Januar 1527 fiel hier eine Entscheidung, die Kroatien bis zum Ende des Ersten Weltkriegs an die Habsburger band.

WoEtwa 5 km südlich von Cetingrad, oberhalb des Dorfes Podcetin, im kroatischen Binnenland
ArtMittelalterliche Burgruine, später osmanische und habsburgische Grenzfestung
Ideal fürGeschichtsfreunde und alle, die der Geschichte der kroatischen Staatlichkeit nachspüren
AnreiseRund 5 km südlich des Ortes Cetingrad; die Quellen nennen keine weiteren Einzelheiten, den Weg bitte vor Ort klären

Die Geschichte der Burg Cetin

Wann und von wem Cetin erbaut wurde, ist unbekannt. Es gibt Hinweise auf eine Siedlung in römischer Zeit, und römische Inschriften auf Steintafeln, die wahrscheinlich in einem Wiener Museum gelandet sind, deuten in dieselbe Richtung. Die Pfarrei Allerheiligen, in der die Burg liegt, wird erstmals 1334 erwähnt. 1387 schenkte König Sigismund Cetin dem Ivan von Krk, und die Burg ging an die Familie Frankopan.

Das Mittelalter war die Blütezeit von Cetin. Neben der gewaltigen Burg, die als größte im weiteren Gebiet des mittleren Kroatien beschrieben wird, standen ein großes Franziskanerkloster und mehrere Kirchen. Im 15. Jahrhundert entstand die Cetiner Linie der Frankopan, die nur etwa hundert Jahre bestand. Ivan Frankopan von Cetin fiel in der Schlacht auf dem Krbava-Feld; sein Bruder Grgur und sein Sohn Franjo wurden Erzbischöfe von Kalocsa. Franjo war der letzte der Linie, danach ging die Burg an die Frankopan von Slunj.

In die Landesgeschichte trat Cetin nach der Niederlage bei Mohács 1526 ein, als sich der kroatische Adel hier zum Landtag von Cetin versammelte. Am 1. Januar 1527 wählte er Ferdinand I., Erzherzog von Österreich, zum König von Kroatien. Die von den Adligen und den Vertretern Ferdinands unterzeichnete Urkunde zählt zu den wichtigsten Dokumenten der kroatischen Staatlichkeit und wird im Österreichischen Staatsarchiv in Wien aufbewahrt.

In den folgenden Jahrhunderten gehörte Cetin zur Militärgrenze, dem Grenzland zwischen der Habsburgermonarchie und dem Osmanischen Reich, und die Osmanen nahmen es mehrmals ein. Die Burg wurde oft beschädigt und wiederhergestellt; osmanischen Statthaltern werden der Hergar-Turm von 1739 und der Umbau des Hauptturms Drenđula 1756–57 zugeschrieben. 1790 eroberten habsburgische Truppen unter General Walisch die Burg nach einmonatiger Belagerung zurück, und der Friede von Sistowa bestätigte ihren Status.

1809 besetzten osmanische Truppen Cetin erneut, zogen sich aber im folgenden Jahr unter dem Druck von Marschall Marmont zurück. Als die osmanische Gefahr schwand, wurde die Burg aufgegeben und als Steinbruch genutzt; die Verwaltung wechselte nach Cetingrad, das nördlich davon wuchs.

Wissenswertes über die Burg Cetin

  • Nach dem Historiker Radoslav Lopašić bedeutet der Name Cetin „ein Ort, der von dichtem, dunklem Wald bedeckt ist“.
  • Die Urkunde der Wahl von 1527 ist erhalten und liegt im Österreichischen Staatsarchiv in Wien, nicht in Kroatien.
  • 1537 bestand die Besatzung der Burg aus 30 Haramijas, wie die Quellen festhalten.
  • Nach der Belagerung von 1790 verwendeten die Österreicher Reste des alten Franziskanerklosters zur Ausbesserung der Befestigungen.
  • Nach der Belagerung von 1790 wurden mehrere Offiziere ausgezeichnet, darunter Johann I. Josef, Fürst von Liechtenstein.
  • Das Kroatische Historische Museum besitzt zwei Steintafeln mit osmanisch-türkischen Inschriften, die Umbauten der Festung belegen.

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Einige Beschreibungen sind maschinell übersetzt.

Die Burg Cetin besuchen

  • Die Ruine liegt rund 5 km südlich von Cetingrad oberhalb des Dorfes Podcetin. Die Quellen beschreiben keine Besuchsmodalitäten, prüfen Sie die aktuelle Lage deshalb vor Ort.
  • Pläne der ursprünglichen Burg sind nicht erhalten; ihr Aussehen kennt man vor allem aus schriftlichen Beschreibungen und einer Fotografie von 1866. Etwas Hintergrundlektüre macht den Besuch lohnender.
  • Aus osmanischer Zeit stammen vieleckige Bastionen und der Hauptturm Drenđula; die Burg hatte einst doppelte Mauern mit Türmen und Wachposten.
  • In der Nähe der Burg standen einst ein Marienkloster und mehrere Kirchen, und die Wasserversorgung kam von der Quelle Kloštar direkt unterhalb der Mauern.
  • Weitere Ziele in diesem Reiseführer: Burg Gvozdansko (etwa 38 km) und das Denkmal für den Aufstand der Bevölkerung von Kordun und Banija (etwa 21 km).

Öffnungszeiten, Zugang und Bedingungen können sich ändern. Bitte vorab prüfen.

Karte: Lage von Burg Cetin

Karte: © OpenStreetMap-Mitwirkende

Fotos: Burg Cetin

Burg Cetin von der Vorderseite
Foto: Neoneo13, gemeinfrei, über Wikimedia Commons
Burg Cetin in Kroatien
Foto: Neoneo13, gemeinfrei, über Wikimedia Commons
Blick von der Burg Cetin Richtung Bosnien
Foto: Neoneo13, gemeinfrei, über Wikimedia Commons
Historische Darstellung der Belagerung von Cetin 1790
Foto: Silverije, CC BY-SA 4.0, über Wikimedia Commons

Fragen

Wo liegt die Burg Cetin?

Sie liegt etwa 5 km südlich von Cetingrad, oberhalb des Dorfes Podcetin, im kroatischen Binnenland.

Warum ist die Burg Cetin für die kroatische Geschichte wichtig?

Am 1. Januar 1527 wählten in Cetin versammelte kroatische Adlige Ferdinand I. von Habsburg zum König von Kroatien; danach blieb Kroatien bis zum Ende des Ersten Weltkriegs Teil der Habsburgermonarchie.

Wem gehörte die Burg Cetin?

Ab 1387 gehörte sie den Frankopan, zuerst der Cetiner Linie, später den Frankopan von Slunj. Danach wurde sie Teil der Militärgrenze.

Wann wurde die Burg Cetin erbaut?

Der Zeitpunkt ist unbekannt. Möglicherweise bestand hier schon in römischer Zeit eine Siedlung; die Pfarrei, in der die Burg liegt, wird 1334 erstmals erwähnt.

Warum ist die Burg Cetin eine Ruine?

Sie wurde in den osmanisch-habsburgischen Kriegen oft beschädigt und wiederhergestellt, besonders bei der Belagerung 1790. Nach dem Ende der osmanischen Gefahr wurde sie aufgegeben und als Steinbruch genutzt.

Was kann man in der Nähe der Burg Cetin besichtigen?

Nördlich liegt der Ort Cetingrad; dieser Reiseführer behandelt außerdem die Burg Gvozdansko und das Denkmal für den Aufstand der Bevölkerung von Kordun und Banija.

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