Dotrščina-Gedenkpark: ein Wald des Erinnerns in Zagreb
Der Dotrščina-Gedenkpark (Spomen-park Dotrščina) ist ein geschützter Waldpark von rund 2 km² im Nordosten von Zagreb, zwischen dem Maksimir-Park und den Hängen der Medvednica. Er erinnert an Menschen, die hier im Zweiten Weltkrieg getötet wurden, und ist für die abstrakten Denkmäler des Bildhauers Vojin Bakić bekannt. Ein stiller, ernster Besuch für alle, die sich für Gedenkkunst der jugoslawischen Zeit interessieren.
Zwischen den Bäumen am Rand von Zagreb steht ein Denkmal, das bewusst schweigt: ein abstrakter Stahlkristall, der nicht erklärt, was hier geschah, und ein efeubewachsenes Tal der Gräber.
Die Geschichte des Dotrščina-Gedenkparks
Dotrščina ist ein Waldgebiet von rund 2 km² im Nordosten von Zagreb, nördlich des Maksimir-Parks und südlich der Medvednica. Im Zweiten Weltkrieg brachten die Ustascha ab Mai 1941 Gefangene hierher und töteten sie. Die Opfer wurden meist in Sammelgruben geworfen, sodass nicht bekannt ist, wo wer begraben liegt. Eine bis Mitte der 1980er Jahre durchgeführte Untersuchung ermittelte rund 7000 hier Hingerichtete, darunter etwa 2000 Mitglieder der Kommunistischen Partei und ihres Jugendverbands. Ein Historiker weist darauf hin, dass die Arbeit nie abgeschlossen wurde und keine genaue Zahl genannt werden kann.
Die meisten Opfer waren vermutlich Kroaten, viele nach Standgerichtsurteilen oder als Vergeltung für den Partisanenaufstand erschossen, dazu Serben, Juden und Roma. Anders als die meisten Opfer des Ustascha-Regimes, die in ferne Lager gebracht wurden, wurden die Hinrichtungen in den Wäldern von Dotrščina und Rakov potok in Zagreb meist öffentlich bekannt gemacht. Zu den bekannteren hier getöteten Intellektuellen zählen Božidar Adžija, Otokar Keršovani, Ognjen Prica, Viktor Rosenzweig, Zvonimir Richtmann, Ivo Kuhn, Simo Crnogorac und der Schriftsteller August Cesarec.
Angehörige und andere Gruppen stellten ab etwa 1959 im Wald Grabsteine auf. 1963 schloss das Institut für den Schutz der Kulturdenkmäler der Stadt Zagreb einen Vertrag mit dem Bildhauer Vojin Bakić, dem Landschaftsarchitekten Josip Seissel, Silvana Seissel und Angela Ratković über die Gestaltung des Parks, einschließlich des Tals der Gräber und des alten Eingangsbereichs. Die Anlage wurde 1968 abgeschlossen, als Bakićs Denkmal für alle Opfer auf der Anhöhe am Eingang von der Svetošimunska-Straße errichtet wurde. Offiziell hieß der Park Gedenkfriedhof und Park der Revolution.
Das zentrale Denkmal ist eine kristalline Form aus Edelstahl, auf ein Minimum an Flächen und Linien reduziert, sodass sich Licht und Schatten mit dem Standpunkt des Betrachters verändern. Im Tal der Gräber, einer der Hinrichtungsstätten, stellte Bakić sechs oder sieben kleinere kristalline Skulpturen auf; Boden und Hänge sind mit Efeu bedeckt, und Marmortafeln tragen Verse von Ivan Goran Kovačić und Jure Kaštelan. In späteren Jahrzehnten kamen Denkmäler anderer Künstler hinzu. Pläne für weitere Mahnmale und ein Museum wurden nach den politischen und wirtschaftlichen Veränderungen von 1990 gestoppt; am 9. Mai 2023 wurde am Eingang die Replik einer 1968 aufgestellten und Anfang der 1990er Jahre entfernten Tafel enthüllt.
Wissenswertes über den Dotrščina-Gedenkpark
- Der Park hieß offiziell Gedenkfriedhof und Park der Revolution.
- Das Hauptdenkmal ist eine kristalline Form aus Edelstahl, etwa vier Meter breit und zwei Meter hoch, und sein Aussehen ändert sich mit Blickwinkel und Licht.
- Bakićs Denkmal wird als abstrakte Widmung an alle hier Erschossenen beschrieben, ohne Erzählung und ohne Ideologie.
- Das ganze Tal der Gräber und seine Hänge wurden mit Efeu bepflanzt, damit die Opfer, wie es heißt, mehr Ruhe finden.
- Marmortafeln entlang des Weges durch das Tal tragen Verse der Dichter Ivan Goran Kovačić und Jure Kaštelan.
- Eine Replik einer 1968 aufgestellten und Anfang der 1990er Jahre entfernten Tafel wurde am 9. Mai 2023 enthüllt.
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Den Dotrščina-Gedenkpark besuchen
- Dotrščina ist ein Ort des Gedenkens im Wald; ruhiges und respektvolles Verhalten ist angemessen.
- Beginnen Sie am Hauptdenkmal auf der Anhöhe am Eingang von der Svetošimunska-Straße und folgen Sie dann dem Weg hinab ins Tal der Gräber.
- Im Tal sehen Sie Bakićs kleinere kristalline Skulpturen, die Massengräber markieren, Efeu an den Hängen und Marmortafeln mit Versen am Weg.
- Im Lauf der Jahre kamen Denkmäler verschiedener Künstler hinzu, darunter Branko Ružićs Bronzedenkmal von 1981 mit einem stilisierten Gefängnis, aus dem Vögel fliegen.
- Der Park liegt nicht weit vom Friedhof Mirogoj und vom Grabmal der Volkshelden, sodass sich ein Tag mit Gedenkstätten in Zagreb gut zusammenstellen lässt. Prüfen Sie vor dem Besuch die aktuellen Zugangsbedingungen.
Öffnungszeiten, Zugang und Bedingungen können sich ändern. Bitte vorab prüfen.
Karte: Lage von Dotrščina-Gedenkpark
Karte: © OpenStreetMap-Mitwirkende
Fotos: Dotrščina-Gedenkpark


Fragen
Was ist der Dotrščina-Gedenkpark?
Er ist ein geschützter Waldpark von rund 2 km² im Nordosten von Zagreb, angelegt als Gedenkstätte für die hier im Zweiten Weltkrieg Hingerichteten. Die Anlage wurde 1968 abgeschlossen.
Wer hat den Dotrščina-Gedenkpark gestaltet?
Der Bildhauer Vojin Bakić arbeitete mit dem Landschaftsarchitekten Josip Seissel, Silvana Seissel und Angela Ratković, auf Grundlage eines 1963 geschlossenen Vertrags.
Wie viele Menschen wurden in Dotrščina getötet?
Untersuchungen bis Mitte der 1980er Jahre ermittelten rund 7000 Opfer; ein Historiker betont jedoch, dass die Arbeit nie abgeschlossen wurde und keine genaue Zahl genannt werden kann.
Was ist das Tal der Gräber in Dotrščina?
Es ist eine der Hinrichtungsstätten im Park, gekennzeichnet durch sechs oder sieben kristalline Stahlskulpturen von Bakić, efeubewachsene Hänge und Marmortafeln mit Versen.
Wo liegt der Dotrščina-Gedenkpark?
Er liegt im Nordosten von Zagreb, nördlich des Maksimir-Parks und südlich der Medvednica. Das Hauptdenkmal steht am Eingang von der Svetošimunska-Straße.
Lohnt sich ein Besuch von Dotrščina in Zagreb?
Er eignet sich für Besucher, die sich für neuere Geschichte und Gedenkkunst der jugoslawischen Zeit interessieren, und bietet zugleich einen ruhigen Waldspaziergang abseits des Stadtzentrums.
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