Porta Gemina in Pula: das römische Stadttor mit zwei Bögen
Die Porta Gemina (kroatisch Dvojna vrata, „Zwillingstor“) ist ein römisches Stadttor in Pula auf der Halbinsel Istrien. Erbaut im späten 2. oder frühen 3. Jahrhundert n. Chr., besitzt es zwei Rundbögen mit Pilastern und einem Reliefkranz. Heute führt es zum Archäologischen Museum Istriens, zur Burg und zu einem kleinen römischen Theater, ein leichter Abstecher für alle, die das römische Pula erkunden.
Pula hatte einst etwa zehn Stadttore, doch nur eines steht noch fast so da, wie es die Römer hinterließen. Das ganze Mittelalter lag es unter der Erde und kam erst in jüngerer Zeit wieder ans Licht.
Die Geschichte der Porta Gemina in Pula
In der Antike war Pula von Mauern mit etwa zehn Stadttoren umgeben. Als die Stadt in der Neuzeit wuchs, wurden die Mauern aus Notwendigkeit abgerissen; heute sind nur noch die Porta Gemina und ein Mauerstück bis zum Giardin-Platz sichtbar.
Das Tor entstand vermutlich im späten 2. oder frühen 3. Jahrhundert n. Chr. auf den Resten eines älteren Stadttors. Seinen Namen verdankt es den zwei halbrunden Öffnungen in die Stadt. Drei Pilaster mit Kompositkapitellen rahmen die Bögen: je einer an den Seiten und einer dazwischen. Ein Reliefkranz darüber fügt alles zu einem harmonischen Ganzen zusammen, und in den Bögen sind noch die Schlitze zu sehen, durch die einst die Gitter zum Schließen des Tores herabgelassen wurden. Das Gebälk besitzt Fries und Gesims, doch der Architrav fehlt. Mitunter heißt es, das Tor könnte ursprünglich drei Bogenöffnungen gehabt haben.
Das Tor steht gegenüber der modernen Zitadelle, die auf dem Platz des antiken Kapitols errichtet wurde. Im Mittelalter waren die Tore der alten Mauern unter der Erde begraben. Erst in jüngerer Zeit wurden sie ausgegraben und wieder ans Licht gebracht; das Denkmal gilt heute als relativ gut erhalten.
Eine weiße Marmortafel im oberen Mittelteil nennt Lucius Menacius Priscus, Ratsherr und Senator, der aus eigener Tasche eines der städtischen Wasserleitungsnetze bezahlte; die kroatische Wikipedia nennt die Summe von 40.000 Sesterzen. Die Tafel gehörte ursprünglich nicht zum Tor. Sie wurde daneben gefunden und im späten 19. Jahrhundert oben angebracht.
Vor dem Tor entdeckte man die Reste eines achteckigen Mausoleums aus dem 2. oder 3. Jahrhundert n. Chr., das teilweise rekonstruiert wurde. Wer heute durch die Bögen geht, gelangt in einen Hof, der zum Archäologischen Museum Istriens, zur Burg und zum kleinen römischen Theater führt.
Wissenswertes über die Porta Gemina
- Der Name verweist auf die zwei halbrunden Öffnungen; ursprünglich hatte das Tor vielleicht drei Bögen.
- Im oberen Teil der Bögen sind noch die Schlitze erhalten, durch die einst die Gitter zum Schließen des Tores herabgelassen wurden.
- Die Tafel des Lucius Menacius Priscus gehörte ursprünglich nicht zum Denkmal: Sie wurde daneben gefunden und im späten 19. Jahrhundert am Tor angebracht.
- Priscus soll eines von Pulas Wasserleitungsnetzen selbst finanziert haben; der kroatische Artikel nennt 40.000 Sesterzen.
- Von Pulas rund zehn antiken Stadttoren ist dieses das deutlich sichtbare, zusammen mit einem Mauerstück bis zum Giardin-Platz.
- Das Tor lag das ganze Mittelalter unter der Erde und wurde erst in jüngerer Zeit wieder freigelegt.
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Die Porta Gemina in Pula besuchen
- Schauen Sie genau auf die Pilaster mit Kompositkapitellen, den Reliefkranz und die Gitterschlitze in den Bögen.
- Beachten Sie vor dem Tor die Reste des teilweise rekonstruierten achteckigen Mausoleums.
- Durch das Tor gelangen Sie zum Archäologischen Museum Istriens, zur Burg und zum kleinen römischen Theater; der Halt passt gut in einen Spaziergang durch das antike Pula.
- Weitere römische Denkmäler Pulas, etwa der Sergierbogen und der Augustustempel, liegen ganz in der Nähe.
- Zu Zugangsbedingungen und Öffnungszeiten der Umgebung machen die Quellen keine Angaben; prüfen Sie die aktuellen Öffnungszeiten des Museums vor dem Besuch.
Öffnungszeiten, Zugang und Bedingungen können sich ändern. Bitte vorab prüfen.
Karte: Lage von Porta Gemina
Karte: © OpenStreetMap-Mitwirkende
Fotos: Porta Gemina





Fragen
Was ist die Porta Gemina in Pula?
Es ist ein römisches Stadttor mit zwei Rundbögen, vermutlich im späten 2. oder frühen 3. Jahrhundert n. Chr. erbaut. Es war eines von etwa zehn Toren der antiken Stadtmauer von Pula.
Warum heißt sie Porta Gemina oder Dvojna vrata?
Der Name bezieht sich auf die zwei halbrunden Öffnungen in die Stadt. Auf Kroatisch heißt das Tor Dvojna vrata.
Wer war Lucius Menacius Priscus?
Er war ein Ratsherr und Senator, der auf einer Tafel am Tor genannt wird und eines der Wasserleitungsnetze Pulas aus eigenen Mitteln bezahlte. Die Tafel kam im späten 19. Jahrhundert an das Denkmal.
Ist die Porta Gemina das einzige erhaltene Tor Pulas?
Sie ist das heute sichtbare, zusammen mit einem Mauerstück bis zum Giardin-Platz. Die übrigen der rund zehn Tore sind verloren.
Was liegt neben der Porta Gemina?
Das Tor führt zum Archäologischen Museum Istriens, zur Burg und zu einem kleinen römischen Theater. Davor liegen die Reste eines teilweise rekonstruierten achteckigen Mausoleums.
War die Porta Gemina verschüttet?
Ja. Im Mittelalter lag das Tor unter der Erde und wurde erst in jüngerer Zeit ausgegraben und wieder ans Licht gebracht.
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