Burnum: das römische Legionslager über der Krka-Schlucht
Burnum war ein römisches Legionslager und später eine Stadt im dalmatinischen Hinterland, etwa 2,5 km nördlich von Kistanje. Sichtbar sind heute vor allem zwei hohe Steinbögen des Stabsgebäudes und ein in den Fels gehauenes Amphitheater. Einheimische nennen die Bögen „Hohle Kirche“ (Šuplja crkva); der Ort lohnt für alle, die wissen wollen, wie Rom das dalmatinische Hinterland sicherte.
Römische Soldaten schlugen hier ein Amphitheater für rund 6000 Zuschauer direkt in den Karstfels, und das Lager erhielt sein Wasser durch eine 32,6 km lange, vollständig unterirdische Leitung.
Die Geschichte von Burnum
Der Name Burnum taucht erstmals bei Plinius dem Älteren auf, der ihn unter den „durch Kämpfe berühmten“ Kastellen dieser Gegend nennt. Dieses ursprüngliche Burnum war eine Höhensiedlung am linken Ufer der Krka beim Dorf Puljane; das römische Lager auf der anderen Flussseite übernahm später ihren Namen.
Das Legionslager stammt aus der Zeit des Augustus. Während des Großen Illyrischen Aufstands (6–9 n. Chr.) lag hier die Legio XX Valeria Victrix, denn Rom musste den Verkehr an der Krka kontrollieren. Mit dem Bau begann der Statthalter von Dalmatien, Publius Cornelius Dolabella, und unter Kaiser Claudius wurde er fortgesetzt. Nachdem die Legio XX nach Niedergermanien verlegt worden war, übernahm die Legio XI, und das Lager erhielt um 50 n. Chr. seine endgültige Gestalt. Später folgte die Legio IIII Flavia Felix. Manchen Quellen zufolge begann in diesem Lager 42 n. Chr. der Aufstand des Lucius Arruntius Camillus Scribonianus gegen Claudius.
Die Principia, das Stabsgebäude in der Mitte des Lagers, wurde unter Tiberius zunächst mit 46 mal 53 Metern fertiggestellt. Nach dem Aufstand wurde sie auf etwa 104 mal 73 Meter erweitert: zwei lange Flügel mit den Büros der Legion umgaben einen Arkadenhof, am hinteren Ende lag das Heiligtum für die Feldzeichen. Unter Hadrian, nach dem Abzug der Besatzung, wurde sie zu einer Zivilbasilika mit Gerichtssaal, Markt und Versammlungsort umgebaut. Die beiden heute sichtbaren Bögen werden dieser Basilika zugeschrieben.
Nach dem Abzug der letzten Legionen entwickelte sich Burnum zu einer städtischen Siedlung und wurde laut italienischer Wikipedia im 2. Jahrhundert Municipium. Endgültig aufgegeben wurde es im 6. Jahrhundert während der Kämpfe zwischen Justinian und den Ostgoten. Später nahm eine Kirche einen Teil der Ruinen ein, woher der Volksname „Hohle Kirche“ stammt.
Das wissenschaftliche Interesse begann im 19. Jahrhundert mit den kroatischen Archäologen Lujo Marun und Frane Bulić; die ersten Grabungen führten österreichische Archäologen durch, und das Österreichische Archäologische Institut kehrte 1912–1913 und 1973 zurück. Seit 2002 erforschen die Universität Zadar zusammen mit Bologna und dem Stadtmuseum Drniš das Legionslager.
Wissenswertes über Burnum
- Das Amphitheater wurde von Soldaten der Legio XI in den Karstfelsen geschlagen, hatte vier Eingänge und bot Platz für rund 6000 Zuschauer; später wurde es zivil genutzt.
- Im Amphitheater gefundene Münzen erlauben es, Teile in die Regierungszeit des Claudius zu datieren.
- Die Wasserleitung aus dem Plavno Polje verlief auf rund 32,6 km vollständig unterirdisch, mit 170 m Höhenunterschied zwischen Quelle und Stadt; so blieb das Wasser im Sommer kühl und fror im Winter nicht ein.
- Eine lokale Legende erzählt von zwei Freiern, die um eine Frau wetteiferten, einer baute eine Stadt, der andere eine Wasserleitung. Aus der beim Bau ausgehobenen Erde entstand ein Hügel; das Dorf darauf heißt nach dem Erbauer Rade bis heute Radučka glavica.
- Burnum gehört zu den vielen Ruinen auf dem Balkan, die die Volksüberlieferung „Trajansstadt“ (Trojanov Grad) nennt.
- Der Paduaner Abt Alberto Fortis beschrieb die Ruinen 1774 in seiner Dalmatien-Reise, als sie besser erhalten waren als heute.
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Burnum besuchen
- Der Ort besteht aus zwei getrennten Teilen: den beiden Bögen der Principia an der Straße von Knin Richtung Zadar und dem Amphitheater westlich der Straße, rund 1 km südwestlich.
- Hinter den Bögen öffnet sich die Krka-Schlucht, in der eine natürliche Sinterbarriere flussaufwärts einen See und flussabwärts den Wasserfall Manojlovac bildet.
- Spuren der Lagerwälle sind noch zu erkennen, und ein kleineres militärisches Übungslager in der Nähe wurde ausgegraben. Der Ort ist nur teilweise erforscht; eine vollständig rekonstruierte Anlage sollte man nicht erwarten.
- Funde aus Burnum befinden sich in Museen wie dem Archäologischen Museum Zadar. Prüfen Sie die aktuellen Öffnungszeiten eines Museums vor dem Besuch.
- Das Kloster Krka und die Festung Knin liegen nur eine kurze Fahrt entfernt und lassen sich gut mit einem Halt hier verbinden.
Öffnungszeiten, Zugang und Bedingungen können sich ändern. Bitte vorab prüfen.
Karte: Lage von Burnum
Karte: © OpenStreetMap-Mitwirkende
Fotos: Burnum





Fragen
Was ist Burnum in Kroatien?
Burnum ist die Stätte eines römischen Legionslagers und späteren Stadt bei Kistanje im dalmatinischen Hinterland. Sichtbar sind zwei Bögen des Stabsgebäudes, ein Amphitheater und Teile einer Wasserleitung.
Wo liegt Burnum und wie kommt man hin?
Es liegt in Ivoševci, etwa 2,5 km nördlich von Kistanje und rund 19 km von Knin an der Straße Richtung Zadar. Die Bögen stehen direkt an der Straße.
Warum heißt Burnum „Hohle Kirche“?
Die erhaltenen Bögen heißen vor Ort Šuplja crkva, also Hohle Kirche. Man nimmt an, dass in späteren Jahrhunderten eine Kirche einen Teil der Ruinen einnahm.
Wie groß war das römische Amphitheater von Burnum?
Schätzungen zufolge fasste es rund 6000 Zuschauer. Es hatte vier Eingänge und wurde von Legionären in den Karstfelsen geschlagen.
Wer war in Burnum stationiert?
Nacheinander mehrere Legionen: zuerst die Legio XX Valeria Victrix, dann die Legio XI und später die Legio IIII Flavia Felix.
Lohnt sich ein Halt in Burnum zwischen Knin und Zadar?
Für Freunde der römischen Geschichte ist es ein guter Abstecher. Es ist ein wenig bekannter Ort mit Ruinen unter freiem Himmel; das Kloster Krka und die Festung Knin liegen in der Nähe.
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